The formula
Wie der Taupunkt berechnet wird
Der Taupunkt ist die Temperatur, auf die Luft abkühlen müsste, um vollständig mit der bereits enthaltenen Feuchtigkeit gesättigt zu sein — an diesem Punkt beginnen sich Tau, Nebel oder Kondenswasser zu bilden. Die hier verwendete Magnus-Tetens-Formel ist eine Näherung an den physikalischen Zusammenhang zwischen Temperatur und dem Sättigungsdampfdruck von Wasser, genau auf etwa 0,4 °C im üblichen Wetterbereich — nah genug für Vorhersagen und Komfortzwecke, wenn auch nicht für hochpräzise Laborarbeit.
Warum der Taupunkt aussagekräftiger ist als reine Luftfeuchtigkeit
Der Taupunkt ist ein direktes Maß dafür, wie viel Feuchtigkeit tatsächlich in der Luft steckt — anders als die relative Luftfeuchtigkeit, die sich mit der Temperatur ändert, selbst wenn der Feuchtigkeitsgehalt gleich bleibt. Deshalb gilt der Taupunkt vielen als der bessere Gradmesser dafür, wie schwül sich Luft anfühlt: Er bleibt über verschiedene Lufttemperaturen hinweg vergleichbar, während relative Luftfeuchtigkeit bei gleicher Wassermenge in der Luft am kühlen Morgen hoch und am warmen Nachmittag niedrig ausfallen kann.
Rechenbeispiel
Bei 20 °C Lufttemperatur und 50 % relativer Luftfeuchtigkeit liegt der Taupunkt bei etwa 9,3 °C.
Das Ergebnis richtig einordnen
Als grober Anhaltspunkt gilt: unter etwa 10 °C trocken und angenehm, 10–16 °C angenehm, 16–20 °C etwas schwül, 20–24 °C schwül und drückend, über 24 °C als drückend empfunden — unabhängig davon, wie hoch die reine Lufttemperatur gerade ist. Der Taupunkt kann dabei nie höher liegen als die Lufttemperatur selbst, denn Luft kann sich nicht auf eine Temperatur oberhalb ihrer eigenen sättigen. Je näher Taupunkt und Lufttemperatur beieinanderliegen, desto näher ist die Luft bereits an der Sättigung — weshalb an einem schwülen Abend schon ein kleiner Temperaturrückgang schnell zu Tau, Nebel oder Dunst führt.
Relative Luftfeuchtigkeit bezieht sich darauf, wie viel Feuchtigkeit die Luft bei ihrer aktuellen Temperatur maximal aufnehmen *könnte*, und warme Luft kann weit mehr aufnehmen als kalte — 50 % relative Luftfeuchtigkeit bedeutet bei 5 °C also etwas ganz anderes als bei 30 °C. Der Taupunkt misst den tatsächlichen Feuchtigkeitsgehalt direkt und bleibt deshalb über verschiedene Lufttemperaturen hinweg vergleichbar.
Nebel bildet sich meist, wenn die Lufttemperatur auf etwa 2–3 °C an den Taupunkt heranrückt, da dies nah genug an der Sättigung liegt, damit Wasserdampf zu sichtbaren Tröpfchen kondensiert — weshalb ruhige, klare Nächte, in denen der Boden und die bodennahe Luft schnell abkühlen können, die klassischen Bedingungen für morgendlichen Nebel sind.