The formula
Wie die relative Luftfeuchtigkeit berechnet wird
Relative Luftfeuchtigkeit ist das Verhältnis zwischen der Wasserdampfmenge, die die Luft aktuell enthält, und der maximalen Menge, die sie bei derselben Temperatur aufnehmen könnte, ausgedrückt in Prozent. Dieser Rechner ermittelt sie so, wie es eine Wetterstation mit Taupunktsensor oft tut: aus Lufttemperatur und Taupunkt, statt direkt aus einem Feuchtigkeitssensor. Es ist dieselbe Magnus-Tetens-Beziehung, die auch der Taupunkt-Rechner dieser Website nutzt, nur umgekehrt gelöst — statt die Temperatur zu suchen, bei der die Luft sättigen würde, vergleicht sie den tatsächlichen (durch den Taupunkt implizierten) Dampfgehalt mit dem Maximum, das die Luft bei ihrer aktuellen Temperatur aufnehmen könnte.
Warum viele Wetterstationen so vorgehen
Viele automatische Wetterstationen messen Temperatur und Taupunkt direkt mit getrennten Sensoren, da Taupunktinstrumente — die genau die Temperatur erkennen, bei der Kondensation einsetzt — eine etablierte, stabile Messmethode darstellen. Die relative Luftfeuchtigkeit ist dann eine daraus berechnete Größe, keine dritte unabhängige Messung.
Rechenbeispiel
Bei 20 °C Lufttemperatur und einem Taupunkt von 10 °C ergibt sich eine relative Luftfeuchtigkeit von rund 52,6 %.
Das Ergebnis richtig einordnen
Liegen Taupunkt und Lufttemperatur gleichauf, beträgt die relative Luftfeuchtigkeit 100 % — die Luft ist vollständig gesättigt. Je größer die Differenz zwischen beiden Werten, desto niedriger die relative Luftfeuchtigkeit. Relative Luftfeuchtigkeit schwankt im Tagesverlauf oft erheblich, selbst wenn sich die tatsächliche Feuchtigkeit in der Luft (und damit der Taupunkt) kaum ändert — allein weil die Lufttemperatur schwankt. Dieselbe Luft zeigt am kalten Morgen eine hohe und am warmen Nachmittag eine niedrige relative Luftfeuchtigkeit an. Der Taupunkt, nicht die relative Luftfeuchtigkeit, ist die Größe, die den tatsächlichen Feuchtigkeitsgehalt widerspiegelt.
In stabiler Luft nicht — 100 % bedeutet per Definition vollständige Sättigung. Werte knapp über 100 % tauchen gelegentlich in rohen Messdaten auf (Übersättigung ist physikalisch nur kurzzeitig, in Abwesenheit von Kondensationskernen, möglich), doch jeder Rechner oder jede Vorhersage, die über 100 % als normalen Wert ausgibt, beschreibt Messrauschen und keine reale Luft.
Viele automatische Wetterstationen messen Temperatur und Taupunkt direkt mit getrennten Sensoren, da Taupunktinstrumente eine etablierte, stabile Messmethode darstellen — die relative Luftfeuchtigkeit ist dann eine aus beiden Werten berechnete Größe, keine dritte unabhängige Messung.