The formula
Wie die gefühlte Temperatur berechnet wird
Die gefühlte Temperatur — Meteorologen nennen sie „apparent temperature" — verbindet die Lufttemperatur mit Luftfeuchtigkeit und Wind zu einer einzigen Zahl, die dem tatsächlichen Körperempfinden näherkommt als der reine Thermometerwert. Luftfeuchtigkeit treibt den Wert nach oben: An einem heißen Tag verlangsamt hohe Luftfeuchtigkeit die Verdunstung von Schweiß, dem wichtigsten Kühlmechanismus des Körpers, wodurch es heißer wirkt, als die Lufttemperatur allein vermuten lässt. Wind wirkt entgegengesetzt und drückt den Wert nach unten, weil er die dünne, erwärmte Luftschicht direkt an der Haut schneller abträgt, als sie nachgebildet werden kann.
Warum diese Zahl mehr aussagt als das Thermometer
Beide Effekte können sich teilweise aufheben — ein heißer, feuchter Tag mit kräftigem Wind kann sich näher an der tatsächlichen Temperatur anfühlen als ein windstiller, feuchter Tag. Deshalb ist die gefühlte Temperatur eine nützlichere Kennzahl für die Kleidungswahl oder die Einschätzung möglicher Risiken als die Lufttemperatur allein. Dieser Rechner nutzt die Formel des australischen Bureau of Meteorology, eine von mehreren weltweit gebräuchlichen Modellen für die gefühlte Temperatur; der Hitzeindex des US-amerikanischen National Weather Service und der Windchill (beide ebenfalls auf dieser Website) sind speziell für die heiß-feuchten beziehungsweise kalt-windigen Enden des Spektrums gebaut und können bei denselben Eingabewerten spürbar andere Zahlen liefern.
Rechenbeispiel
Bei 25 °C Lufttemperatur, 50 % relativer Luftfeuchtigkeit und einer Windgeschwindigkeit von 3 m/s ergibt sich eine gefühlte Temperatur von etwa 24,1 °C.
Das Ergebnis richtig einordnen
Keines dieser Modelle liefert eine exakte physikalische Messung — sie sind alle statistische Anpassungen an das gemeldete Empfinden von Menschen, nicht direkt gemessene Werte. Am aussagekräftigsten ist die gefühlte Temperatur deshalb im Vergleich: Sie zeigt, wie stark Wind und Feuchtigkeit die reine Lufttemperatur nach oben oder unten verschieben, nicht als absoluter, auf die Dezimalstelle genauer Wert.
Sie sind verwandt, aber nicht identisch. Der Hitzeindex ist eine speziell für heiße, feuchte Bedingungen entwickelte US-amerikanische Formel, die Wind nicht berücksichtigt. Die allgemeine gefühlte Temperatur, wie sie hier berechnet wird, bezieht auch Wind mit ein und ist deshalb über einen breiteren Bereich von Bedingungen anwendbar.
Schweiß kühlt den Körper durch Verdunstung, wofür die umgebende Luft in der Lage sein muss, Feuchtigkeit aufzunehmen. Trockene Luft nimmt Feuchtigkeit bereitwillig auf, sodass Schweiß schnell verdunstet und wirksam kühlt; feuchte Luft ist bereits nahe der Sättigung, sodass Schweiß auf der Haut stehen bleibt, statt zu verdunsten, und der Kühleffekt nachlässt.